Selbstentwickelte Lösung von Berthold Benning
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Es gibt ja bekanntlich viele digitale Steuergeräte, die auch sehr gut sind und sich bewährt haben. Eigentlich bin ich eher durch Zufall auf die Idee gekommen, eine Funksteuerung einzusetzen. Der Grund war nach Austausch der normalen Kupplungen durch Schraubenkupplungen eingetreten, weil ich zum Ankuppeln oder Abkuppeln immer zum Fahrzeug gegangen bin, kuppeln, dann zurück zur damals noch 6021 usw. Außerdem wollte ich feine Rangierarbeiten direkt aus der Nähe beobachten und nicht mit verdrehtem Kopf vom Schreibtisch aus.
Da ich durch meine frühere Aktivität mit Modellbauelektroniken Erfahrung hatte, wollte ich auch hier etwas eigenes schaffen. Es sollte aber nicht alles neu sein (wer erfindet das Rad schon gerne mehrfach) und es sollte preiswert sein.
Da ich auch noch Linux - Fan bin, las ich irgend wann im Linux Magazin, dass es eine Lösung von Torsten Vogt gab, die vollkommen auf Softwarebasis die entsprechenden Pakete für Märklin Motorola + NMRA DCC (Lenz) generierte.
Um nicht alles noch einmal aufzuschreiben, hier ein par Links:
Für Windows Fans ist bestimmt folgender Link interessanter: DDW
Also, noch einmal im Groben: Es gibt auf dem PC ein sogenanntes Serverprogramm, welches unter TCP/IP ein SCRP - Protocoll von beliebigen Clients verarbeitet (SRCP = Simple Railroad Command Protocoll).
Die Clients können verschiedendster Bauart sein, auf dem PC bietet sich j-man an (Java), aber das ist nicht Thema dieser Abhandlung, sondern die Funkerweiterung.
Nach dieser Einleitung und nachdem Sie die verschiedenen Informationen gelesen haben, fällt bestimmt auf, dass es zwar viele Komponenten gibt, aber keine Funksteuerung.
Da aber alle bekannten Serverprogramme auf TCP/IP beruhen und es inzwischen WLAN (Wireless Local Area Network) = kabelloses lokales Netzwerk auf Funktechnik gibt , zusätzlich auch noch tolle PDAs (Minicomputer im Westentaschenformat) gibt, bot sich eigentlich hier eine Lösung an.
Ich habe mich für den Sharp Zaurus entschieden, der sehr klein und handlich ist und durch den Multifunktionsknopf in der Mitte sich hervorragend zur Loksteuerung eignet = schneller links, langsamer rechts, knopf in der Mitte = halt. Knopf nach oben oder unten = Lokwechsel , OK - Taste = Vorwärts Rückwärts.
Zusätzlich natürlich alles über den Touch-Screen erreichbar.
Einziger Nachteil ist, man muß zusätzlich noch eine Compact-Flash WLAN Karte kaufen und natürlich auch eine für den PC. Wer zu Hause DSL hat und einen WLAN - Router, hat ja schon einen Teil der Ausrüstung. Beim Einsatz von Linux auf dem PC ist natürlich auch wieder zu beachten, das die WLAN - Karte auch von eínem Treiber unterstützt wird, ich habe eine von D-Link 520+ mit acx100 Chipsatz, für diese gibt es Linux Treiber.
Folgende Einstellungen machen :
- ad_hoc, WEP Verschlüsselung einschalten, gleiche Kanäle, 11MBit reicht und funktioniert mit allen WLAN - Karten.
- TCP/IP Netzwerk ca. so anlegen PC : 192.168.10.4 Zaurus 192.168.10.5 usw. Netzwerkmaske 255.255.255.0
- Netzwerkname bestimmen, z.B. "MeineBahn"
Zusätzlich ist natürlich ein Programm erforderlich, welches auf dem Zaurus eben alles zur Lok-, Weichen- und Signalsteuerung macht. Diese Programm habe ich in C++ geschrieben und mit dem entsprechenden Cross - Compiler auf dem PC übersetzt und dann auf den Sharp transferiert. Das Programm ist wegen der kleinen Größe des Bildschirmes mit mehreren Reitern unterteilt. Auf der ersten Seite befindet sich die Loksteuerung mit den Funktionstasten, auf der zweiten die Weichensteuerung, dann eine Seite zur Eingabe IP + Portnummer (bei Serverwechsel), dann auf der letzten Seite ein Tabellenfenster, auf dem man einmalig alle Loks und deren Namen, Protokolle, Adressen, Höchstgeschwindigket eingeben muß.
Also die Loksteuerung ist schon ziemlich universell zu gebrauchen. Ganz anders die Weichen und Signalsteuerung. Hier habe ich ein Bitmap (Bild) meiner Anlage hinterlegt und die Weichen und Signalsysmbole genau für meine Anlage angeordnet. Das ist natürlich proprietär und für andere Anlagen kaum zu gebrauchen.
Beim Betätigen irgendeiner Funktion, sei es nun Lok schneller, oder Weiche auf abbiegen wird vom Programm ein kompletter SRCP - String erstellt, der sofort über TCP/IP an den Server gesendet wird und dort auch sofort umgesetzt wird. Das geht so schnell, dass Sie von der Verarbeitung nichts merken, Änderungen werden vom Serverprogramm vorrangig behandelt, dann erst erst erfolgt der Refresh.
Das Betriebssystem des Zaurus ist auch Linux, von dem die meisten Anwender oft nicht viel merken, da es hauptsächlich über eine grafische Benutzeroberfläche bedient wird , wie auch mein Programm. Die grafischen Objekte sind also gut mit der Trolltech QT - Library erstellbar , das kann man alles gut auf dem normalen PC machen.
Man kann übrigens mit dieser Library fast Plattformunabhägig programmieren.
Unter den normalen Linux Distributoren sind meistens immer die Trolltech - Werkzeuge dabei, unter Windows muß man entsprechende Lizenzen kaufen.
Hier nun einige Bilder des Programmes mit Zaurus:
- Loksteuerung
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Das grüne V ist für Vorwärts, entsprechend ein rotes R für Rückwärts. Mit dem Schieber kann man die Gesschwindigkeit ändern, analog zu den Hardwareknöpfen. |
- Weichensteuerung
- Serververbindung
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zum Neuverbinden oder auch mal anderen Server benutzen. |
- Tabellenfenster zu einmaligen Eingabe der Lokomotiven.
- Zaurus mit Netzwerkkarte
(Fortsetzung folgt)






