Persönliche Gedanken zur Spur 1 (von Axel Granel)

aus spur1.org, der freien Wissensdatenbank

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Ob ich die Spur 1 mag??

Zunächst ist nämlich gar nicht so klar, OB ich die Spur 1 mag! Eigentlich wollte ich ja die Spur Null haben, aber irgendwo gab es nirgendwo eine "Startpackung", und woher nehme ich die Gleise (Hegob kannte ich damals noch nicht, und Lenz hatte noch nichts angekündigt!).

Irgendwie ist die Spur 1 sehr "groß", und als "alter" Ha-Nuller weiss ich nicht so recht wohin damit...

Bald lag sie nun vor mir, die erste Startpackung von Märklin in der Spur 1. Was tun?

Na klar - zuerst wird die "Teppichbahn" aufgebaut, so wie es die mitgelieferten Gleise zulassen. Ein kleiner Zug fährt im Kreis - Klasse!

Im Laufe der Zeit sammelt sich "Interessantes" dazu:

  • eine Intellibox als Steuergerät
  • weitere Waggons
  • weitere Loks
  • weitere Gleise

Intellibox

Die Intellibox hat ja deutliche Vorteile gegenüber der 6021. So kann man z.B. gleich zwei Loks gleichzeitig fahren lassen. Man kann auch die 6021 über einen kleinen Adapter direkt anschliessen und hat dann quasi sofort DREI Fahrtregler! Dazu habe ich mir noch ne alte Roco-Lokmaus gekauft (gibts/gabs auch von LGB), die ebenfalls direkt an die Intellibox rangesteckt werden kann. Somit schon mal 4 Fahrtregler!

weitere Waggons

Zunächst nur von Märklin, später auch von Hübner. So ein langer Zug macht schon Spaß. Er fährt zwar nun erstmal nur im Kreis, aber das ist schon beeindruckend...

weitere Loks

Die nächste Lok ist mal ne Maxi-Lok, ne BR98, der Glaskasten. Naja, die fährt etwas "holperiger", hat ja auch keine Anfahr- und Bremsverzögerung, aber sie sieht "nett" aus ;-)

Die nächste Lok ist eine V36 in grün, weil die eine Telex-Kupplung hat. Das ist witzig, funktioniert aber leider nicht völlig problemlos. Aber die Idee ist gut, mal sehen, was sich draus machen läßt!

weitere Gleise

Ich habe mir noch eine Startpackung von Hübner zugelegt, wegen der Kurvengleise und der drei Weichen. Doch Hübner-Weichen haben gegenüber den Märklin-Weichen deutliche Nachteile für den Teppichbahner: während Märklin-Weichen direkt "stellbar" sind, fehlt den Hübnerweichen ein Stellhebel und der Herstückbereich ist so lang, dass er polarisiert werden sollte. Somit sind also an einer Hübner-Weiche Bastelarbeiten nötig, und wer es nicht sehr geschickt macht (sondern eher "schnell"), hat bald ein Kabelgewirr - immerhin ist es schnell möglich, mit einem kleinen Kippschalter die Weiche aus der Ferne zu schalten. Naja, ich bin sicher, bei einer fest aufgebauten Anlage ist das polarisierte Herzstück ein Vorteil, und das Kabelgewirr verschwindet unter der Anlage!

Noch immer fahren die Züge im Kreis und man kann sie beobachten. Ein langer Zug, da inzwischen ja genug Güterwagen da sind, wirkt etwas "komisch", wenn die Lok kurz hinter ihrem eigenen letzten Güterwagen im Kreis fährt. Da muss mir in Zukunft mal "irgendwas besseres" einfallen!

und nun?

Nachdem nun ein paar Jahre vergangen sind und ich immer mehr gelernt habe durch Gespräche mit anderen Spur Eins Freunden, durch Diskussionen in den Foren, durch Gespräche mit Herstellern und Mitgliedern von diversen Clubs, durch Teilnahme am ersten Modultreffen in Heilbronn, stellen sich mir die folgenden Fragen:

  • gewählter Radius: Märklin-Radius, also 1020mm? Oder größer?
  • die Kupplungsfrage: Märklin-Klauenkupplung oder (originalgetreue) Schraubenkupplung?
  • die Radsatzfrage: NEM oder Finescale?
  • die Modulfrage: feste Anlage oder Module und Segmente?
  • mit oder ohne Oberleitung?
  • die Epoche-Frage: Epoche 3 oder Epoche 4 (wobei ich Epoche 1, 2 und 5 für mich erstmal "zurückgestellt" habe)
  • die Betriebskonzept-Frage: zweigleisig oder eingleisig im Kreis oder von Punkt zu Punkt mit Betriebskonzept?
  • die Frage nach der Höhe der Module, wo liegt die Schienenoberkante, soll es eine Ebene geben oder zwei, wie steil werden die Steigungen?


Für alle diese Fragen wird jeder Spur 1 Freund seine eigene persönliche Lösung finden, ich möchte hier mal beschreiben, wie ich zu welchen Lösungen gefunden habe und noch finden werde...

der Radius

Begonnen haben werden die meisten (wie auch ich) sicherlich mit 1.020mm Märklin-Radius. Der 600mm Radius gehört zu "Maxi" und kommt für unsere "fortgeschrittenen" Überlegungen kaum in Betracht: sicher, "spielen" damit funktioniert wunderbar, und auch die Maxi-Fahrzeuge haben ihre Daseinsberechtigung, aber in der Spur 1 ist "mehr" möglich...

So ziemlich alle Fahrzeuge fahren heutzutage durch diesen Radius, sie haben die Märklin Klauenkupplung und NEM-Radsätze. Weichen gibt es nicht viele: die Original Märklin-Weichen für rechten und linken Abzweig, die Bogenweichen von Hübner und die Aussenbogenweiche (=Y-Weiche) vom Hosenträger. Ebenso hat die Firma Kesselbauer eine DKW und eine Dreiwegeweiche im Programm (gehabt) welche noch ab und zu bei eBay zu ersteigern sind.l Die Behauptung in manchen Foren, eine 1.020mm-Kreuzungsweiche sei "technisch nicht machbar", ist also schlichweg falsch.

Fahrzeuge mit Schraubenkupplung haben bei diesem Radius immense Probleme, es ist nicht zu empfehlen. In einem Raum der Größe ab etwa 3,50m mal 3,50m ist damit aber durchaus ein interessanter Kreisbetrieb möglich.

Demnächst wird es von der Firma Hübner noch ein neues Gleissystem geben (Stand 12/2005), welches den Schritt "nach oben" ermöglicht: Weichen und Kurven mit dem Radius 1.394mm sehen "besser" aus als mit 1.020mm, die Herzstücke dürften polarisierbar sein, und es gibt viele Weichenformen:

  • Kreuzung, Doppelkreuzungsweiche
  • Dreiwegeweiche
  • Bogenweiche
  • Hosenträger
  • Y-Weiche (?)

Insbesondere durch die DKW ist dieses neue Gleissystem extrem interessant! Für Schraubenkupplungsfahrer wird es "kritisch", eigentlich sind 1.394mm etwas zu klein, aber man wird sehen, welche Weichenkombinationen doch noch möglich (=durchfahrbar) sind.

Dieses neue Gleissystem brachte mich ins Grübeln: vorher war es klar für mich: Märklin-Weichen sind zu steil, 1.020mm für mich ein zu kleiner Radius. Hübner-Gleise gibt es bald nicht mehr von Hübner, Hegob-Gleise sind teuer. Also habe ich mich entschlossen, die Gleise und Weichen selbst zu bauen, damit ist auch klar: wenn schon Selbstbau, dann auch gleich in Finescale! Und damit ergibt sich: Schraubenkupplungen! Alles ausgewogen und auf maximale Vorbildtreue ausgelegt.

Mit dem neuen Gleissystem ergibt sich: Weichen wieder käuflich, kein Finescale, Klauenkupplungen. Klar ist das auch OK! Aber wo bleibt der Traum vom "Vorbild"? Ich kann jeden verstehen, der "auf der Kippe" steht und sich schwer tut mit der Entscheidung: "1.394mm Radius und NEM und Klauenkupplung" oder alternativ dazu "2.321mm Radius und Finescale und Schraubenkupplulngen"

Die "großen" Weichen mit "großem" Abzweigradius gibt es von Hübner (Auslauf), von Hegob und vom Hosenträger. Da gibt es alles, von der EKW über die DKW zur Dreiwegeweiche und den Y-Weichen zu Bogenweichen mit den unterschiedlichsten Radien!

Ab einem Radius von 2.321mm ist Schraubenkupplungsfahren relativ problemlos möglich, manchmal gibt es noch "Überpufferung" insbesondere bei einem langen Wagen direkt an einem kurzen Wagen oder Lok. Ab etwa 3m Radius funktioniert es abr eigentlich immer.

Nur da stellt sich wieder die Platzfrage: habe ich genug Platz für den Radius 2.321mm, was für einen reinen Kreis immerhin einen Raum von etwa 5m mal 5m erfordern würde?

Ich persönlich ziehe folgenden Schluss:

  • wer auf den Platz achten muß, hat mit dem neuen Hübner-Gleissystem eine ideale Entfaltungsmöglichkeit - der Radius ist deutlich "angenehmer" als der Märklin-Radius, und das Gleis-Material ist etwas "professioneller". Dieses System kann aber durchaus ergänzt werden mit dem Märklin-System, z.B. im Schattenbahnhof. Ausserdem mit einigen Weichen aus dem Hosenträger-System, wie z.B. die Aussenbogenweiche (=Y-Weiche) mit dem Radius 2.321mm sowie ggf. einer Kreuzung in etwas anderem Winkel...
  • wer noch weniger Platz hat, kommt um den 1.020mm Radius nicht herum.
  • wer mehr Platz hat, kann noch Hübner-Weichen bei eBay ersteigern, oder greift auf das Hegob-System zurück bzw. baut seine Weichen komplett selbst mit dem Hosenträger-System.

Ich habe zweierlei: einmal "zu wenig" Platz, der eigentlich nur für den 1.020mm-Radius reicht, und einmal "genug Platz", der auch 2.321mm Radius ermöglichen würde...

die Kupplungsfrage

Es gibt zur Zeit hauptsächlich 2 verbreitete Kupplungen für die Spur 1:

  • die Märklin-Klauenkupplung
  • die (originalgetreue) Schraubenkupplung

Dazu kommt noch die Kurzkupplung für Märklin-dreiachsige Umbauwagen, die ab und zu bei eBay angeboten wird, sowie die "Kesselbauer"-Kupplung, die aber meines Wissens nicht sehr weit verbreitet ist.

Klauen- und Schrauben-Kupplungen sind sowohl von Märklin als auch Hübner lieferbar, sowie vereinzelt auch von anderen Anbietern. Weitere mögliche Kupplungen, wie zum Beispiel Kaadee, fallen hier aus der Betrachtung heraus, weil sie kaum jemand benutzt...

Keine Frage, bei der Verwendung der 1.020mm und 1.394mm Gleissysteme ist die Klauenkupplung eine "gescheite" Wahl. Ab 1550mm Radien ist "Schraubenkupplungsfahren" mehr oder weniger problemlos möglich. Geschobene Züge erfordern besondere Aufmerksamkeit, und in S-Bögen kommt es ziemlich sicher zur Überpufferung. Aber bei Weichen mit 2.321mm Radius und Zwischengeraden im S funktioniert auch der Schiebebetrieb!

Die Klauenkupplung bietet auch einen höheren "Spielspaß" als die Schraubenkupplung, denn man muss ja nur die Waggons zusammenschieben und schon sind sie angekuppelt - das Entkuppeln ist über Entkupplungsgleisstücke möglich sowie relativ einfach von Hand! Es gibt von Märklin auch einen Dauerentkuppler, bei dem es reicht darüberzufahren und z.B. die Lok ist immer sofort abgekuppelt!

Bei Schraubenkupplungen ist das An- und Abkuppeln immer ein bisschen "Gefummele". Aber trotzzdem ist es sehr beliebt, weil es irgendwie das "Gefühl" des Originals gibt. Es ermöglicht in der Regel "Puffer-an-Puffer"-Fahren, was ebenso sehr originalgetreu wirkt. Die paar Probleme die beim Schieben von Waggons entstehen wie z.B. das Überpuffern, wird meist billigend in Kauf genommen bzw. durch geschickte Gleisplanung umgangen!

Ein Großteil meiner Fahrzeuge hat Schrauebnkupplungen, ich besitze jedoch noch viele Loks und einige Wagen mit Klauenkupplungen. Eine komplette Umstellung in das Eine oder das Andere verbietet sich bei mir leider, denn

  1. ich möchte nicht auf die "kleine" Bahn mit 1020mm Radien verzichten
  2. mag die Originaltreue durch Schraubenkupplungen auf meiner "großen" Bahn sehr!

Von Andreas Besthorn [1] habe ich ein paar Sätze Schraubenkupplungen erhalten, die die Montage einer Schraubenkupplung zusammen mit einer Klauenkupplung an einem Waggon ermöglichen - dadurch kann ich meine Fahrzeuge mit Klauenkupplung durchaus auch auf der "großen" Bahn verwenden! Statt der Schraube zur Befestigung der Klauenkupplung wird der Kupplungshaken der Schraubenkupplung eingesetzt! Somit ist "beides" möglich...

Die Modellbahn Spur 1 Hannover setzt auf ihrer Anlage auch beide Kupplungen gemischt ein, hier werden insbesondere "Koppelwagen" verwendet, die auf der einen Seite Klauenkupplung haben und auf der anderen Seite eine Schraubenkupplung. Es gibt einige Lokomotiven nur mit Klauenkupplungen, einige haben nur Schraubenkupplungen und wenige haben auf der einen Seite eine Klauenkupplung und auf der anderen eine Schraubenkupplung.

die Radsatzfrage

Insgesamt sind mir inzwischen drei verschiedene "Normen" für die Radsätze bekannt:

  1. NEM, die "Standart"-Radsätze, mit denen i.d.R. alle neue Waggons und Loks aller Hersteller ausgeliefert werden
  2. abgedrehte Spurkränze mit gleichem Radsatzinnenmaß wie NEM, daher kompatibel zu NEM
  3. Finescale, mit anderem Radsatzinnenmaß (Der Radsatz-Innenabstand ist bei FineScale 41,5mm statt 39,8mm nach NEM)

Ich persönlich bevorzuge Finescale, und zwar NICHT wegen der geringeren Spurkranzhöhe, sondern weil das größere Radsatzinnenmaß vorbildlicher aussehende Weichen (besonders im Herzstückbereich aber auch bei den Radlenkern) ermöglicht!

Auf Märklin-Weichen werden Finescale-Räder nicht fahren, Hübner-Weichen sind durch "Hütchen" umrüstbar, und Hosenträger-Weichen können je nach Wunsch in NEM oder Finescale gebaut werden und ggf. (mit etwas Aufwand) auch nachträglich umgerüstet werden.

Fahrzeuge mit NEM und Finescale sind nicht frei kombinierbar, weil z.B. ein NEM-Fahrzeug auf KEINEN Fall über eine Finescale-Weiche fahren kann. Ein Finescale Fahrzeug kann mit Einschränkungen über eine NEM-Weiche fahren, so z.B. bei "normalen" Weichen im geraden Strang. Es gibt allerdings auch Weichen, die haben kein Herzstück im eigentlichen Sinne und auch keine Radlenker, sogenannte "Schnellfahrweichen" (im Original) und im Modell von Proform. Diese Weichen können mit beiden Radsätzen befahren werden, sehen allerdings nicht so "schön" aus.

Eine "Kombination" beider Systeme erfordert also besondere Überlegungen: entweder Proform-Weichen, welche nicht "dem Auge schmeicheln", dafür aber sehr betriebssicher funktionieren, oder die Festlegung auf Bereiche, in denen nur jeweils das eine bzw. andere System gefahren wird (sowas wäre z.B. bei Modultreffen sinnvoll, da es dort vermutlich irgendwann Module mit jeweils nur einer der beiden Normen geben könnte!)

Ich denke dabei auch an einen kleinen Abzweigbahnhof ohne Übergang der Fahrzeuge, bei dem aber immerhin einige Gleise von beiden Systemen befahren werden könnten, was ja vielleicht so vorstellbar ist: von der einen Seite des Bahnhofs fahren NEM-Fahrzeuge ein- und aus, von der anderen Seite Finescale-Fahrzeuge. Laderampen können so eingebunden werden, das sowohl NEM- als auch Finescale-Fahrzeuge dort abgestellt werden können...

Bisher habe ich festgestellt, das es nur wenige Finescale-Freunde gibt. Diese bauen allerdings ihre Anlagen und Module meist mit sehr viel mehr Akribie und Liebe zum Detail auf, weil sich dies eben durch die "feineren" Weichen anbietet, selbst ein einfacher Bohlen-Bahnübergang wird immer besser in Finescale aussehen, weil die "Lücke" zwischen Gleis und Bohlen sehr viel kleiner ist!

Der Aufwand zum Umstieg von NEM auf Finescale ist nicht unerheblich und wird hier beschrieben: "Wie geschieht der "Umstieg" von NEM auf Finescale?".

Gerade der Aufwand für die Lokomotiven ist extrem! Daher empfehle ich: neue Loks gleich in Finescale kaufen, die schon vorhandenen so nach und nach umrüsten lassen. Ich selber fahre mit den NEM-Loks auf meiner kleinen Anlage, die daher mehr Loks als Waggons hat, und auf der großen Anlage habe ich bisher nur die Köf 2 in Finescale aber dafür ganz viele Güterwagen... *grummel*

feste Anlage oder Module?

Die Entscheidung bei mir:

  • feste Anlage ist die "kleine" mit den 1020mm Radien
  • Module baue ich für die großen Radien, dort Segmente für die Bahnhöfe

mit oder ohne Oberleitung?

Auf Modulanlagen ist eine Oberleitung nicht besonders "praktisch", der Auf- und Abbau dauert einfach zu lange!

Da ich erstens keine E-Loks besitze und zweitens die Strecken auf meinen Anlagen sowieso eine eingleisige Nebenstrecke darstellen, die keine Oberleitung "braucht", ist die Sache für mich klar: KEINE Oberleitung!

die Epoche-Frage

Die meisten Fahrzeuge, also Loks und Waggons, gibt es in der Epoche 3. Sie ist die beliebteste unter den Spur 1 Fahrern.

Die Epochen 1 und 2 haben "Charme" - es ist aufwändiger, die passenden Loks und Wagen zu finden, man kann und muss auf mehr Details achten, denn "damals" war alles noch ein bisschen "anders"...

Die Epoche 4 ist mit Fahrzeugen auch sehr gut vertreten. Für die Epoche 5, die "moderne" Bahn, gibt es leider noch nicht sehr viele Fahrzeuge. Diese Epoche ist sehr interessant, weil ALLE Epochen dort eingesetzt werden können wenn als "Zusatzthema" der Anlage ein Museumsbetrieb existiert, der natürlich "alte Fahrzeuge aufarbeitet", Nostalgie-Fahrten veranstaltet etc. ...

Ich persönlich wähle die Epoche 3, wobei ich aber auch Fahrzeuge der Epochen 4 und 5 zulasse, ich sehe es halt "nicht so eng"...

  • Fahrzeuge der Epochen 1 und 2 sehen "fabrikneu" aus, weil sie vom Museumsbetrieb aufgearbeitet worden sind.
  • Fahrzeuge der Epoche 3a sind stark verschmutzt, weil schon lange "im Einsatz"...
  • Fahrzeuge der Epoche 3 sind nicht bis nur leicht verschmutzt, weil einfach nur "im Einsatz"...
  • Fahrzeuge der Epochen 4 und 5 sind fabrikneu, maximal leichteste Betriebsverschmutzungen, weil "gerade neu gekauft", erstmalig eingesetzt...

Insofern hält sich für mich bei dem gewählten "Betriebsthema" (s.u.) der Aufwand für die Verschmutzung von Fahrzeugen in Grenzen.

die Betriebskonzept-Frage

DIE Frage an sich:

  • doppelgleisig im Kreis
  • eingleisig im Kreis
  • eingleisig von Punkt zu Punkt, ggf. mehrere Strecken

Die "typische" Anlage bei H0 oder kleiner, die

  • zweigleisige Strecke mit abzweigender eingleisiger Nebenbahn

wird bei Spur 1 wohl eher selten das Betriebskonzept der Wahl sein.

Natürlich macht es "Spaß", langen Zügen bei ihren langen Fahrten durch die Landschaft zuzusehen, bis sie dann "irgendwann" im Schattenbahnhof verschwinden, aber ein Zug mit 20 Güterwagen, in H0 noch "Standard", ist in Spur 1 durchaus mal 7m lang, wer hat schon den Platz dafür.

"Lange Züge" habe ich für mich in den Bereich "Ausstellungen", Clubanlagen und Modultreffen verschoben (in Heilbronn 2005 Züge zum Teil mit 40 Waggons, die aber auch auf der 100m langen Anlage irgendwie "komisch" aussahen, weil "zu lang"...)

"Kreisverkehr" habe ich für mich auch ausgeschlossen, da ich den Kreisverkehr schon in H0-Zeiten nur "versteckt" akzeptieren konnte, als die Züge im Schattenbahnhof verschwinden konnten, der Kreis also als solche nicht zu bemerken war. Kreisverkehr bei einer Teppichbahn ist OK, da schaut man gern mal nur zu.

Im Hobbykeller habe ich mich "damals" auch an vielen fahrenden Zügen erfreut, auf doppelgleisiger Hauptstrecke mit Gegenverkehr, gerne in H0 oder TT oder N oder Z.

In H0 ist es auch kein Problem, einen Ganzzug aus 20 oder mehr gleichen Fahrzeugen zu bilden: niemand wird je in dieser Baugröße die Wagennummern vergleichen um festzustellen das alle Wagen die gleiche haben, etwas, was im Original nie vorkommen wird!

In der Spur 1 ist die Wagennummer auf den Fahrzeugen so gut lesbar, das jeder auf Anhieb erkennen wird, das ein Zug mit unterschiedlichen Waggons unterwegs ist!

Die doppelgleisige Strecke ist auch nichts für mich zuhause, um dort Betrieb zu machen, müsste ich ja mindestens zwei Züge gleichzeitig auf die Reise schicken und dann darauf achten, das sie im Bahnhof nicht zusammenstoßen, das ist mir zu aufwändig und würde ja auch einen zweigleisigen Kreis erfordern, damit immer genügend Betrieb auf der Strecke ist, damit sich das Zuschauen "lohnt"...

Die Forderung an meine Anlage zuhause ist:

  • Bedienug mit einer Person möglich
  • Spielspaß und Freude auch wenn mal 2, 3, 4, 5 oder 6 Personen mitmachen!
  • "sinnvolle", beschreibbare Aufgaben für die Fahrzeuge

Und so möchte ich es erreichen:

Betriebskonzept

Ein Bahnhof muss für mich folgende Anforderungen erfüllen:

  • "in sich" betreibbar, d.h. es muß mindestens eine Rangierlok dort stationiert sein, die auch was zu tun kriegt, d.h. ein einsames Ladegleis für einen einzelnen Güterwagen reicht nicht aus!
  • eine Person soll als Rangierdienstleiter mit dieser Rangierlok im Bahnhof beschäftigt sein können, sowie mit Weichenstellen. Eine weitere Person kann dann die "Strecke" übernehmen, also mit den Zügen von einem Bahnhof zum anderen fahren
  • es soll zwei Betriebsstellen geben, also zwei Bahnhöfe mit etwas Strecke dazwischen, mit sinnvollem Betrieb: also Austausch von Güterwagen und Schülerverkehr etc.
  • es soll einen Bahnhof "Redewe" geben (REst DEr WElt), damit die Güterzüge irgendwo "herkommen" können und die Waren irgendwohin geliefert werden können. Das ermöglicht auch Reiseverkehr. Z.B. kann dies ein "Schattenbahnhof" sein mit mindestens 3 Abstellgleisen.

Folgende "Besetzungen" sind nun möglich:

  • eine Person: macht "alles was Spaß macht".
  • zwei Personen: betreiben jeweils einen Bahnhof und fahren hin und wieder Züge
  • drei Personen: betreiben beide Bahnhöfe und den "Schatten"
  • vier Personen: die vierte Person führt hauptsächlich Zugfahrten zwischen den Bahnhöfen durch
  • fünf Personen und mehr: teilen die Strecken unter sich auf, z.B. könnte eine Person durchaus komplett für alle Personenzüge zuständig sein.

Anderes Betriebskonzept: jeder Mitspieler ist Lokführer auf genau einer Lok (maximal 2 (im Wechsel)) und erfüllt dort alle anfallenden Aufgaben. "Profis" machen also die Rangieraufgaben, Anfänger fahren mit dem Schienenbus von Kleinvorderwühl nach Lauschach. Für jeden Erfahrungswert eines Mitspielers gibt es die passende Aufgabe.

Ein Betriebskonzept mit oder ohne Fahrplan (für Schienenbus und kurze Personenzüge oder GmP oder PmG) ist erstellbar, Güterwagen können/müssen bestimmte Betriebsstellen anfahren, ausgewechselt werden...

Bahnhofsplanung

Grundlegende Überlegungen zur Bahnhofsplanung gibts auch bei [Themt] - Entwicklung von Gleisplänen nach Vorbild-Gegebenheiten.

1. Bahnhof 1

So ein Bahnhof muss einen Namen haben: meiner einer heißt "Kleinvorderwühl".

Kleinvorderwühl wird gebaut auf Segmentkästen, die Gleisoberkante liegt bei etwa 1m. Es handelt sich um einen Kopfbahnhof an eingleisiger Strecke.

Er hat 4 Gleise, eine kleine Lokstation und 2 bis 3 Ladestellen. Er ist entworfen für 5 Weichen und 2 DKW - da ich meine beiden Hübner DKW allerdings in "Rätselburg" für Heilbronn verbaut habe, könnte es passieren, dass der Gleisplan nochmals neu erstellt werden muss. Die neuen Hübner-Gleise sind nichts für die "Hauptgleise", die alten Hübner-DKW sind nicht bzw. nur zu horrenden Preisen bei eBay zu erhalten, und vom Hosenträger ist die DKW noch nicht erhältlich (erst Ende 2006 oder Anfang 2007).

2. Bahnhof 2

Dieser Bahnhof heisst Lauschach.

Von diesem Bahnhof führen zwei eingleisige Strecken in den Schatten, ein "Kenner" würde hier (vermeintlich?) eine zweigleisige Strecke erkennen. Ausserdem führt eine eingleisige Strecke nach Kleinvorderwühl.

Hier kommen die Güterzüge aus Redewe an, werden zerlegt, an Rampen und Güterschuppen zugestellt und zum GmP oder zur Übergabe nach Kleinvorderwühl zusammengestellt.

Ankommende Güterwagen aus Kleinvorderwühl sowie be- bzw.- entladene Güterwagen von den Ladegleisen werden zum Güterzug nach Schatten (Redewe) zusammengestellt.

Reisezüge enden hier. Nach Kleinvorderwühl fährt ein Schienenbus, der durchaus gut genutzt wird: Kleinvorderwühler Schüler gehen in Lauschach zur Schule, Kurgäste oder Urlauber aus Redewe wollen (ggf. zur Kur) nach Kleinvorderwühl.

Lauschach könnte eine SO von 92,5cm haben, wenn er denn transportabel sein soll und zu Modultreffen mitgenommen werden soll...

3. Schattenbahnhof

Dieser Ort heisst "Schatten" (früher Redewe). Ja, einen Ort diesen Namens gibt es wirklich in Deutschland, er liegt in der Nähe von Kempten im Allgäu. Sehr praktisch...

Dieser Bahnhof wird erstellt mit 4 Hübner-Weichen, hat also 3 (Durchfahrts-)Gleise. Die beiden Einfahrweichen werden mit einem Hübner-Weichenantrieb gestellt, die beiden Auswahrweichen haben keinen Antrieb und werden aufgeschnitten, daher bekommen sie eine Dietz [2] -Herstückpolarisationselektronik. Also ist klar: dieser Abstellbahnhof wird nur in einer Richtung durchfahren. Er liegt in einer Kehrschleife, die Einfahrt ist also quasi zweigleisig mit Richtungsverkehr.

Der Bahnhof wird aus Segmenten bestehen, die ein eigenes Kopfstück nur für den "Eigenzweck" bekommen werden. Er soll etwa 7m lang werden, auch wenn es eigentlich geplant ist, nur kurze Züge dort abzustellen. Dieser Bahnhof, der eigentlich ja noch den Namen "Redewe" (Rest der Welt) trägt, nimmt einen Reisezug auf, der Touristen in die beiden Städtchen Kleinvorderwühl und Lauschach bringt bzw. von dort wegbefördert. 2 Güterzüge bringen bzw. holen alle Güterwagen "im System" ab, und sorgen "entfernt" für be- bzw. Entladung der Waren.

Schatten bekommt eine SO von 92,5cm.

4. Haltestelle "unterwegs"

Es gibt einen kleinen Haltepunkt auf der Strecke zwischen Lauschach und Kleinvorderwühl: Wittmark. Dieser hat eine Weiche, zum Ladegleis für Holz aus dem "Lauschacher Wald".

das "Drumherum"

zum Betriebskonzept gehört natürlich auch die "Geschichte des Landes", so nach dem Motto: "warum wurde da eine Bahn gebaut?" und "warum wurde sie nicht stillgelegt?"...

Daraus ergibt sich auch die Frage: wie gestaltet ein Spur Einser die "Landschaft" um die Schienen rum. Gibt es Tunnel, Brücken etc. Wieviele Bäume sind nötig? Häuser, Passanten, Bahnbedienstete? Und die Frage: lohnt es sich ggf. einen Siku Trecker, mit Infrarotfernsteuerung, anzuschaffen, um die Güterwagen zu beladen und um etwas "Betrieb" neben der Bahn zu machen. Gibt es sowas wie ein "Faller-Car-System" auch für die Spur 1?

Ich persönlich bin leider kein begnadeter Landschaftsbauer, so daß ich eigentlich meine Landschaft eher in der Phantasie ansiedele, lieber als "Berge zu bauen"... Sehr viel "Platz" ist eigentlich ja auch nicht neben den Schienen, so das viel "Landschaft" eigentlich nicht möglich ist!

Damit die Anlage "schön" aussieht, sollte es Brücken geben, und ggf. auch einen oder mehrere Tunnel - so kann man den Zug nicht die ganze Fahrt lang sehen, das erweckt (hoffentlich) den Eindruck einer längeren Strecke. Somit liegt "Schatten" komplett unterirdisch, Kleinvorderwühl liegt ja nach einer Steigungsstrecke "auf dem Berg", und Lauscha liegt "normal". Allerdings plane ich zwischen Lauscha und Schatten genauso wie zwischen Lauscha und Kleinvorderwühl Tunnel...

Rechts und links von der Strecke und an den Bahnhöfen sollte es vorwiegend Strauchwerk geben, in der Nähe der Bahnhöfe möchte ich einige wenige schön gewachsenen (und ganz wichtig: große) Bäume aufstellen, der "Berg" über Schatten wird vielleicht einen Wald bekommen, den "Lauschacher Wald", aus dem ja abgeholzene Stämme an der Ladestelle abgefahren werden sollen!

Ein ferngesteuerter Trecker braucht eine Straße, die nicht wenig Platz braucht. Eigentlich ist sowas schon eine Anlage in sich, denn diese Straße muss ja geplant sein und auch einen "sinnvollen" Verlauf aufweisen. Da stellt sich gleich die Frage nach dem "Car-System". Ich kenne so etwas für die Spur 1 noch nicht, denkbar wäre es aber. Auch dies braucht sehr viel Platz für den Straßenverlauf...

Also, warum nun die Bahn? Lauscha ist eine Kreisstadt und "braucht" den Anschluss an den Rest der Welt. Kleinvorderwühl ist ein beliebter Ausflugsort mit "Kur-Charakter", so daß immerhin eine kleine Nebenbahn dorthin führen sollte, um die Bahnreisenden her zu bringen. Außerdem liegt auf dieser Strecke die Verladung für Holz aus dem Lauschacher Wald, was mit ein Grund für den Bau dieser Stichstrecke war!

Und warum nun mit zwei Gleisen von Lauscha nach "Schatten"?

Ursprünglich war die Strecke mal eingleisig zwischen Schatten und Lauscha, doch der Betrieb nahm zu. Die Strecke zwischen Schatten und Lauscha wäre aber nur unter großen Mühen auf zweigleisig zu erweitern, und da auch der Verkehr von Redewe nach Schatten immer mehr zunahm, entschied man sich zu einem "Trick": die Strecke zwischen Lauscha und Redewe wurde gebaut - sehr viel günstiger als Lauscha - Schatten zu verdoppeln, weil diese Strecke auch kürzer ist. Im Verkehrsfluss gibt es auch nur eine Verbesserung, weil nun die Strecke zwischen Schatten und Lauscha nicht mehr in beide Richtungen abwechselnd zu befahren war, sondern nur noch in eine Richtung, was die Zugfolge erhöhen ließ (auf Blockabstand). Somit gibt es zwei eingleisige Strecken, die aber wie eine doppelgleisige genutzt werden, nämlich nur im Einrichtungsbetrieb mit allen Vorteilen...

Beide Strecken verschwinden kurz hinter Lauscha in einem Tunnel, sodass man die getrennte Fortführung der Strecken nicht sieht. Außerdem erklärt diese Gleisführung, warum ein Zug der Lokvoraus Lauscha verläßt auch Lokvoraus wieder in Lauscha ankommt, ohne das die Lok den Platz im Zug gewechselt hat - der Weg ist nämlich: Lauscha - Schatten - Redewe - Lauscha.

Zwischen Lauscha und Kleinvorderwühl verkehrt der vielgenutzte Schülerzug, denn er legt die Strecke schneller zurück als ein PKW, Der Zug nimmt den kürzesten Weg über Brücken und durch Tunnel, während die Straße sich serpentinenmäßig um den Berg schlängelt. Praktisch!

In Kleinvorderwühl gibt es ein Werk der "Quarzwerke", welches für ausreichend Güterverkehr sorgt. Und in Lauscha gibt es die Fabrik "Löwensenf" (mit Waggon von Märklin und Tempo von Hübner), die ihren Senf auch dazugibt ;-) Ausserdem ansässig ist ein Landmaschinenhandel, der (Siku-) Trecker herstellt.

mehrere Ebenen, Steigungen

(wird später ergänzt...)

ICH mag die Spur 1 !

Mit diesem "Betriebskonzept" macht das Fahren der Züge wirklich Sinn. Einzelne Streckenteile auf Modulen können mit zu Ausstellungen genommen werden.

Es stellt sich eine entspannende "Langsamkeit" ein, wenn ich selber alleine mit der Anlage "spiele", und wenn Freunde zu Besuch sind, entsteht niemals Langeweile. Man kann die Strecken mit den Bahnhöfen durchaus als "Keinbahn" betrachten, und jede Zugfahrt hat einen bestimmten Zweck. Es macht Spaß, einen Güterwaggon von der Ladestelle in Kleinvorderwühl nach Lauschach zu bringen, dort den Abendzug nach Redewe zusammenzustellen und wenn er an der Reihe ist, ab nach Redewe zu fahren...

DARUM liebe ich die Spur 1 !!!

Ergänzendes

'Persönliche Werkzeuge