Modul
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Was ist ein Modul?
Dazu sagt Wikipedia:
"Ein Modul (neutrum; Betonung auf der zweiten Silbe; Plural: Module) ist
in der Technik ein Bauteil eines größeren Baukastensystems. ..."
Mehr dazu: http://de.wikipedia.org/wiki/Modul
Verschiedene Bauformen siehe [ Modulvielfalt ]
Ein paar Gedanken zu Modulen:
Ein Modul hat an beiden Enden grundsätzlich ein genormtes Kopfstück, um den freizügigen Übergang auf andere Module zu gewährleisten.
Streng genommen ist also z.B. ein Modul mit Kurvenüberhöhung kein echtes Modul mehr, weil es sich nur noch mit speziellen Übergangskurven-Segmenten anbinden lässt.
Das Modulkonzept ist für Spur 1 Modellbahner gedacht, die richtigen Fahrbetrieb machen wollen und sich aber andererseits nicht fest an einen Club oder den Bau einer stationären Grossanlage binden möchten. Jeder baut so viele Module, wie er zu Hause lagern und in seinem KFZ transportieren kann. Die Grösse und Form der Anlage bei einem Modultreffen richtet sich nach der Anzahl der für diesen Termin gemeldeten Module.
Der landschaftlichen Ausgestaltung sind in bei zweigleisigen Spur 1 Modulen mit einer Breite von weniger als 50cm leider zwangsläufig Grenzen gesetzt. Trotzdem gibt es Möglichkeiten, das nahe Gleisumfeld detailliert auszuschmücken (Gräben, Zäune, Stützmauern, Kilometersteine, Unterführungen etc.). Wer mehr Platz beim Transportieren hat, kann seine Module individuell verbreitern und ausgestalten.
Die 3 wichtigsten Eckdaten für eine Modulnorm sind:
- der Abstand zwischen Schienenoberkante (SO) und der Lochreihe des Kopfstücks
- der Gleisabstand (z.Zt. im Gespräch sind 140mm (Hübner) und 156mm (Märklin)
- die Höhe über Fussboden
Der Abstand zwischen Kopfstück und Schienenoberkante wird im wesentlich durch das zur Verfügung stehende Holz und das verwendete Gleismaterial bestimmt. Es ist allerdings zu beachten, dass Holzplatten grundsätzlich sehr grosse Toleranzen besitzen. Nach DIN sind sogar +/- 2 mm zugelassen! Insofern muss man die Oberkante vom Kopfstück in Hinblick auf die tatsächliche Holzstärke und das verwendete Gleismaterial abhobeln bzw. unterlegen
Das bereits erwähnte Märklin-Heft empfiehlt für die Oberkante der Geländebasis eine Höhe über dem Fussboden von 90 cm.
Ein bedeutendes Mass für ein Modulkonzept ist der Mindestradius. Er hängt primär von den eingesetzten Modellfahrzeugen ab, da der Platzbedarf bei Modultreffen in der Regel von untergeordneter Bedeutung ist. Der gewählte Radius beeinflusst weiterhin die Baulänge des Moduls. Insofern muss sich die winkelmässige Unterteilung und damit auch die Länge des Moduls an den privaten Transportmöglichkeiten orientieren. Bei der Gradeinteilung ist zu beachten, dass für den Viertel- bzw. Halbkreis jeweils volle 90 bzw. 180 Grad erreicht werden müssen, plant man von vornherein keinen Kreisverkehr, so sind die Winkel beliebig! Ein gern gesehener Kompromiss für den Mindestradius ist ein Wert von 2,30 Meter. Es lassen sich massstäblich lange D-Zugwagen und fast alle Kleinserienloks Puffer an Puffer fahren. Das funktioniert meist auch bei 1,70m, und wer nicht plant, Kleinserienloks einzusetzen, kommt mit 1.550mm gut aus ("kleiner Hübner-Radius").
Wer trotzdem geringere Radien verwenden will, kann dies ruhig tun. Bei einem Modultreffen kann man die Streckenführung so vorsehen, daß in gewissen Teilbereichen nur mit Großserienfahrzeugen gefahren wird. Der Märklinradius von 1020 mm sollte allerdings nur benutzt werden, wenn dadurch die Integration in die Heimanlage ermöglicht wird.
Die Länge eines geraden Moduls wird wie bei Hübner und Märklin im 30 cm - Raster festgelegt und muss immer ein "ganzzahlig Vielfaches" sein, um die Geometrie nicht zu gefährden, kann aber, wenn man NICHT auf einen Kreisverkehr aus ist, natürlich beliebig gewählt werden! Aus Transportgründen wird es sicherlich keine längeren Module als 1,50 Meter geben. Man kann sich auch z.B. daran orientieren, wie lang das Wohnzimmerregal ist. Dort läßt sich ein Modulbrett gut und dekorativ integrieren.
Die mechanische Verbindung der Module erfolgt mit den vom Hersteller der Kopfstücke beigelegten Schloßschrauben. Durch die passgenaue Verbindung mit Zapfen und Buchse verzichtet man auf Schienenlaschen. Für eine möglicherweise 6-polige Ringleitung (Fahrstrom innen/außen und Weichen) mit mindestens 1,5 mm² Querschnitt verwendet man 4 mm Bananenstecker und -Kupplungen, vorzugsweise in Industriequalität.
Beim Aufbau genügen zwei Beine pro Modul, weil das Kopfstück eine zuverlässige Abstützung zum Nachbarmodul bietet. Eine mögliche Konstruktion besteht aus Stahl-Vierkantstahlrohren, die mit Schlossschrauben M8 x 60 am Modulkasten befestigt werden und eine Höhenverstellung ermöglichen. Andere Befestigungsarten und Bein-Konstruktionen sind ebenfalls möglich.
Das Wichtigste beim Modulbau ist die genaue Gleislage am Kopfstück!
In Spur 1 sind Höhendifferenzen bis zu 1,0 mm am Schienenstoß unbedenklich für die Betriebssicherheit - es ist lediglich eine Frage der Fahrgeräusche. Da Holz bekanntlich auch arbeitet (besonders bei Schwankungen in der Luftfeuchtigkeit) sind solche Schienenstösse bei aller Sorgfalt in der Praxis ohnehin nicht zu vermeiden.
Zum Transport bzw. zur Stapelung haben sich spezielle Schutzbretter für die Stirnseiten der Module gut bewährt.
Als Farbe für die Modulkästen wäre es möglich, Nussbraun (RAL 8011) zu verwenden.
(vielen Dank an die IG Spur 1 Module Rhein Neckar, [[1]], für die Anregungen)
